Das waren die Schöne Sterne 2018

Gemeinsam mit Marcel Odenthal, unserem Admin, machte ich mich vergangenen Sonntag – welcher sich redlich bemühte um seinem Namen alle Ehre zu machen – auf den Weg, um am Schöne Sterne Festival 2018 teilzunehmen. Bereits um kurz nach acht reihten wir uns also voller Vorfreude in die noch nicht ganz so lange Schlange vor den Toren des Geländes ein. Hier konnte man einen ersten Eindruck davon gewinnen, was einen wohl zwischen den altehrwürdigen Stahlbauten der stillgelegten Henrichshütte Hattingen erwarten würde. Früheste Modelle standen Stoßstange an Stoßstange mit ihren Ur-Ur-Ur-Enkeln! Leider war auch dieses Jahr der Einlass etwas chaotisch, da die Ordner neu hinzukommende Fahrzeuge direkt hinein winkten und die seit knapp zwei Stunden wartenden Sternfahrer warten ließen. Einige Hupkonzerte später ging es dann aber endlich voran. Kribbeln im Bauch! Es geht endlich los! Behutsam steuerten wir durch den Einlassbereich und suchten uns ein schönes Plätzchen zum Abstellen des Wagens. Immer mehr und mehr Schöne Sterne strömten über Schotter und alte Werksschienen auf das Gelände. Das weitläufige Areal bot den unzähligen Fahrzeugen letzten Endes genug Platz.

Einige Clubs wurden allerdings auch gesondert außerhalb des alten Werksgeländes untergebracht. Jedoch ließen sich auch diese Bereiche problemlos fußläufig erreichen. Nun begann das große Schlendern und Strawanzen. Die schiere Flut an schönen Anblicken war einfach atemberaubend. Wenn man sich einmal im Kreis drehte, hatte man mindestens fünf Mercedes gesehen, für die man sofort die heimische Garage erweitern wollen würde. Das ganze, extra fürs Festival fein herausgeputzte Blech stand in vorzüglichem Kontrast zu dem LWL-Industriedenkmal Henrichshütte. Die Anlage wurde 1987 stillgelegt und wurde zum Industriemuseum umgewandelt. Der riesige Hochofen misst 55 Meter in der Höhe und ist größtenteils begehbar. Ich darf Euch versichern, dass man nach all den erklommenen, steilen Stufen das Gefühl hat, er müsse mindestens doppelt so hoch sein! Mit einem Radler aus dem Café Henrichs und ein paar Zwischenstopps auf den verschiedenen Plattformen ist das Erreichen des höchsten Punktes auch für unerfahrenen „Bergsteiger“ zu schaffen. Der Ausblick von da oben entlohnt für jegliche Strapazen. Einfach gigantisch wie sich Benz um Benz auf dem weitläufigen Areal verteilt haben. Ein Anblick, welchen man so schnell nicht vergisst. All das war stets untermalt von herrlichem Motorensound und dem genüsslichen Geruch verbrannten Treibstoffs.


Nino Huf und Roland M. Müller aus dem Moderatorenteam unserer Facebook Gruppe hatten beim Festival zudem eine Besondere Aufgabe. Als Mitglieder der Jury waren sie stets emsig auf dem gesamten Platz unterwegs um Kandidaten für die Preisverleihung der schönsten Sterne zu sichten und zu begutachten. Ich denke, dass sie durch die Bank spitzenmäßige Entscheidungen getroffen haben! Da waren aber auch tolle Mercedes dabei! Es war einfach schön zu sehen, wie viele Menschen Zeit, Geld, Schweiß und Herzblut in ihr liebstes Hobby investiert haben. Beim Schlendern blieb das Auge stets an einem anderen Kleinod hängen, welches besonders viel Aufmerksamkeit durch seinen führsorglichen Besitzer erfahren hatte. Ob das jetzt ein perfekt restaurierter C124 oder ein per Airride nahezu am Boden aufliegender Oldie war: Es spielte keine Rolle, grandios anzusehen waren alle.
Fürs Leibliche Wohl war ebenfalls gut gesorgt, es gab etliche Buden und Stände, an denen der hungrige Festival-Gänger seine Kraftreserven neu betanken konnte. Außerhalb des Geländes war Action angesagt! Dort ballerten die rote Sau und ihr aktuelles Pendant um die Wette, dass es nur so krachte! Ein Gedicht für Auge und Ohr. Die mutigen konnten sich mit einem Unimog über eine aufgestellte, extreme Steigung manövrieren lassen. Gänsehaut garantiert.

Beim späten Blick auf die Uhr konnten wir gar nicht glauben, dass es doch schon so spät war – die Zeit verging wirklich wie im Fluge! Als dann die ersten Teilnehmer nach der Preisverleihung langsam den Platz räumten, drehten Marcel und ich unsere Abschiedsrunde und machten uns dann ebenfalls auf die Heimreise. Gut erledigt aber überglücklich ging dieser Tag zu Ende.

Dieses tolle Erlebnis werde ich so schnell nicht vergessen und weiß jetzt schon, wo ich nächstes Jahr um diese Zeit sein werde! Bei den schönen Sternen! Ihr auch?

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