E60 AMG

Ab 1991 gab es eine Sonderserie des E500 mit einem auf sechs Liter vergrößerten Hubraum. Der Mercedes-Benz E60 AMG war ursprünglich nur für den arabischen Raum konzipiert und der würdige Nachfolger des 300E 6.0 AMG „The Hammer“ aus den 80ern. Den Mercedes E60 AMG konnte man als Limousine direkt über die Mercedes-Benz Niederlassung beziehen. Den E60 AMG als T-Modell, Coupé oder Cabrio gab es nur auf Kundenwunsch mit verbindlicher Bestellung direkt über AMG. Der Neupreis der Mercedes-Benz E60-AMG-Limousine lag bei rund 190.000 DM. Ähnlich unscheinbar wie der 500er kommt auch der nochmals stärkere E60 daher. Gut, sowohl E60 als auch E500 sind mit einer dezent muskulös gezeichneten und tiefergelegten Karosserie samt voluminöseren Kotflügel vom Rest der W124-Baureihe zu unterscheiden, doch der erste Blick verrät nur wenig von der Power, die unter der Haube des braven Benz schlummert.

Geringe Stückzahl

Nur 10.479 Exemplare des E500 werden bis 1995 gebaut – bereits zusammengezählt mit dem in weit geringerer Stückzahl gefertigten Mercedes-Benz E60 AMG, mit dem er sich die Produktionsstatistik teilt. Wie viele Mercedes-Benz E60 AMG das AMG-Werk in Affalterbach verlassen haben, ist daher nicht mehr genau zu rekonstruieren. Heute geht man aber von 148 ausgelieferten Fahrzeugen aus. Von denen wiederrum 45 Fahrzeuge als E60 Limited ausgeliefert wurden. Letzterer treibt das Konzept der Powerlimousine dann endgültig auf die Spitze. Oder besser gesagt: Die damals noch eigenständig operierende Tuning-Schmiede AMG, seit 1990 mit Mercedes-Benz in einen Kooperationsverhältnis, hat sich an der 124er Baureihe so richtig austoben dürfen. Denn AMG erhielt für den E60 von Mercedes lediglich die E500 Rohkarossen, behielt die bürgerliche Form, den hohen Nutzwert und die Alltagstauglichkeit des 124er bei gleichzeitiger Performance-Optimierung bei. Dafür spricht auch das gediegene Interieur, welches mit schwarzem Leder und großzügig drapiertem Wurzelholz einen durch und durch edlen Eindruck macht und von AMG makellos verarbeitet wurde. Etwas farbenprächtiger ging es dann im Limited zu. Schwarzes Leder, abgesetzt mit grünem, rotem oder blauen Akzenten. Eine Übersicht findet ihr in unserer Polstergalerie ganz unten. Dazu kamen Holzverkleidung in exclusivem Vogelaugenahorn! Optisch also klares Understatement, weswegen man heute so ein Auto mitunter auch Schläfer nennt; ein Hinweis darauf, dass die enorme Leistung vor dem Anlassen der Maschine durch kaum etwas verraten wird!

Wenn er dann angelassen wird, verwöhnt der Motor des Mercedes-Benz E60 AMG mit einem wohligen Grollen, welches unter Druck zu einem echten Drehzahlgewitter anwachsen kann. Kein Wunder: Der 6.0-Liter-V8 Aluminium Motor ist die konsequente Evolution des M119-E50-Motors, der den 500er befeuerte, und bot der AMG-Truppe mit seinen 326 PS die perfekte Vorlage für ihr Tuningwerk. Im E60 geht der Achtzylinder anfangs mit 374, später dann mit mächtigen 381 PS zu Werke. Hört man sich im Kreise echter AMG-Enthusiasten um, dann können mitunter auch schon mal mehr als 400 PS am E60 AMG gemessen werden. Begleitet werden diese Leistungen durch 580 Newtonmeter maximales Drehmoment bei 3800 Umdrehungen, was in den frühen 90ern sogar einem Supersportwagen zu höchster Ehre gereicht hätte. Das Ergebnis dieser Leistungswerte sind dann Fahrleistungen, die Kinnladen gen Bordstein klappen lassen. Den Sprint von 0-100 km/h erledigt der E60 AMG in gerade mal 5,6 Sekunden.  Die 200 km/h Marke ist in 20,6 Sekunden erreicht. Der V8 hätte es gut und gerne auf 295 km/h bringen können, wäre er nicht wie sein Kollege 500E bei 250 km/h abgeregelt! Das Viergang-Automatikgetriebe kommt aus dem 500 SL und setzt die vorhandene Kraft gekonnt in Vortrieb um!

Vielleicht gefällt dir auch

Ein Gedanke zu „E60 AMG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.